B14.2 Maßnahmen zur Sturzprophylaxe - Online Weiterbildung | kenbi Akademie

B14.2 Maßnahmen zur Sturzprophylaxe

Maßnahmen zur Sturzprophylaxe

• Feststellung von Vorlieben bzw. Ablehnungen im Rahmen der Umsetzung sturzprophylaktischer Maßnahmen

 

• die Pflegeplanung stellt den individuellen Maßnahmenplan dar, innerhalb der Pflegeplanung sind adäquate Maßnahmen zu den personen-, medikamenten- und umgebungsbezogenen Risiken zu vereinbaren

 

• bei der Evaluation/Überarbeitung der Pflegeplanung sind die festgestellten Risiken und neu hinzu gekommene Risiken zu beachten

 

• Beobachtung und pflegefachliche Bewertung von Beinahe-Stürzen

 

• externe Personen wie der Arzt bzw. Physiotherapeut/Ergotherapeut als auch interne Personen wie der Bereich Soziale Betreuung/Beschäftigung sind über das Sturzrisiko zu informieren

 

• die PFK koordiniert notwendige Aktivitäten mit Dritten und informiert bei Notwendigkeit die PDL/Heimleitung (Einbeziehung von Physiotherapeuten und Augenärzten)

 

• im Rahmen des Entlassungsmanagements in andere Versorgungsformen ist auf das Sturzrisiko hinzuweisen (prophylaktische Maßnahmen oder ggf. zu unterlassende Maßnahmen)

 

Information, Beratung und Schulung des Bewohners/Patienten:

 

• Informationen über Sturzrisikofaktoren

 

• Instruktionen zu Verhaltensänderungen und zur Anpassung von Medikamenten

 

• Beratung über die Umgebungsanpassung (im ambulanten Bereich Empfehlungscharakter)

 

• Schulung Anwendung Hilfsmittel, Transfers, Kurse etc

 

• Selbstbestimmungsrecht von Patienten/Bewohnern achten und unterstützen!

 

Balance- und Kraftübungen:

• individuelle Übungsprogramme und Gruppenübungen (Kombination von Muskelaufbau sowie von Gleichgewichts- und Gangtraining)

 

• Beispiele: Hüftkreisen, über die Schulter schauen, verschiedene Gehvariationen, Übungen im offenen und geschlossenen Stand, Gehübungen (30-45 min. täglich), Gehen im Rollstuhl (Tippeln), Beinbewegungen im Sitzen und Stehen am Stuhl, Armkreisen und Schulterübungen, langsames Aufstehen vom Stuhl ohne Zuhilfenahme der Arme

 

Durchführung von Bewegungsprogrammen:

 

• Training von Kraft, Balance und Gang

 

• Schulung des Gleichgewichtes

 

• Auswahl von Übungen durch einen Sportlehrer/Physiotherapeuten

 

• evtl. Absprache mit dem Arzt

 

• evtl. Einsatz von Hilfsmitteln wie Gehwagen, Gehstöcke, usw. prüfen und deren Gebrauch üben

 

• Motivation zu möglichst großer Mithilfe bei den pflegerischen Tätigkeiten (Körperhygiene, Ankleiden, usw.)

 

• Transferaktionen (z.B. vom Bett in den Stuhl und umgekehrt) trainieren

 

Umgebungsanpassung:

• Identifikation von Gefahrenquellen

 

• flächendeckende Teppich- oder Holzfußböden

 

• rutschfeste Gestaltung der Fußböden

 

• Kennzeichnen/Angleichen kleiner Stufen

 

• Schaffung freier Laufwege

 

• Sitzgelegenheiten mit gerader Sitzfläche und erhöhtem Niveau (Erleichterung des Hinsetzens und Aufstehens)

 

• Anbringen von Halte- und Stützvorrichtungen sowie von rutschfesten Unterlagen in Duschkabinen und Badewannen

 

• Erleichterung der Orientierung (Hinweisschilder, Übersichtlichkeit, bei Einzug ins Pflegeheim ausführliche Einweisung)

 

Hilfsmittel zur Sturzprävention könnten sein:

 

• Gehhilfen: verschiedene Gehstöcke, Rollatoren, Stopper-socken, Schuhspikes

 

• Mobilitätshilfen: höhenverstellbares Bett, WC-Sitzerhöhung, Badewannen-Einstiegshilfe, Stütz- und Haltegriffe

 

• Alltagshilfen: lange Schuhlöffel, Strumpfanzieher, Greifzange, Badewannensitz

 

• Hebehilfen: Mobilisationsgürtel, Rutschbrett, Aufstehhilfe, Lifter

 

• technische Hilfen: Alarmgeber, Falldetektoren, Sensor-matten, Bewegungsmelder

 

• Reduktion von Verletzungen: Hüftprotektoren, Sturzhelme, Niedrigstbetten, Auffangmatten

Frakturen: Frakturzeichen

sichere:
• Achsenfehlstellung
• abnorme Beweglichkeit
• Krepitation
(Knochenreiben)
• Sichtbarwerden von
Frakturenden

unsichere:

• Schmerzen
• Schwellung
• Bluterguss
• Bewegungseinschränkung
• Funktionsausfall

Therapie:

• Einrichtung der Fraktur durch Zug und Gegenzug
• Fixation
• Ruhigstellung
• Rehabilitation

Maßnahmen nach einem Sturz

• mit dem Betroffenen ruhig sprechen

• Hinweise für einen Knochenbruch?

• Verletzungen der Haut?

• auf Bewusstseinseintrübung, Unregelmäßigkeiten beim Puls und niedrigen Blutdruck achten

• bei Notwendigkeit Benachrichtigung des Arztes

• Dokumentation und Analyse des Sturzes

• Aktualisierung der Sturzrisikoskala

• Führen einer Gesamtliste mit Zahlen zu Häufigkeit,
Umständen und Folgen von Stürzen in der Einrichtung

• jährliche Auswertung der Gesamterhebung im Rahmen des PDCA-Zyklus und mögliche Verbesserungsmaßnahmen

• Verwendung geeigneter Erfassungsmethoden (z.B. Form eines strukturierten Sturzprotokolls zur systematischen Sturzerfassung und Sturzanalyse)

• Auswertung von Sturzgeschehen der gesamten Einrichtung (Erfassung von Häufigkeit, Umständen und Folgen)

• Überprüfung bereits zuvor ergriffener Präventivmaßnahmen hinsichtlich der Zweckmäßigkeit und Wirksamkeit

Sturzdokumentation und Erfassung von Sturzereignissen

• Zeitpunkt des Sturzes (Hinweise auf sturzauslösende Faktoren, z.B. nicht ausreichende Beleuchtung in der Nacht)
• Situationsbeschreibung (Aufschluss über die Art und Weise des Geschehens)
• Aktivitäten vor einem Sturz (vorangegangene Aktivitäten)
• Ort des Sturzes (Hinweise auf umgebungsbezogene Sturzrisiken)
• Zustand vor einem Sturz (körperlicher und psychischer Zustand)
• Folgen des Sturzes (physische und psychische Sturzfolgen)
• eingeleitete Folgemaßnahmen (medizinische Versorgung, Planung und Einleitung therapeutischer und präventiver Maßnahmen)

Alles verstanden?

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telefonisch:

Kenbi Campus 0171/ 3140321 oder

Mail: campus@kenbi.de

 

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