B4.1 Diabetes Mellitus Typ-2 - Online Weiterbildung | kenbi Akademie

B4.1 Diabetes Mellitus Typ-2

Herzrisiko bei Typ 2 Diabetes unterschätzt
  • 95,7 % der befragten Patienten mit Typ 2 Diabetes fühlen sich sehr gut oder gut informiert…

  • aber weniger als die Hälfte (48 %) macht sich Sorgen um eine mögliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Dabei ist der Herzinfarkt die häufigste Todesursache bei Menschen mit Typ 2 Diabetes.

  • Nur jeder fünfte Mensch mit Diabetes spricht nicht offen über seine Diagnose

  • Schweigen – eine Frage des Alters? 17 % der unter 54-jährigen spricht über seine Diagnose, bei den über 75-jährigen sind es 29%. 

  • Quelle: novonordisk

Wem vertrauen sich Menschen mit Diabetes an?

57 % Freunde

58 % Kinder

56 % Weiterer Familienkreis

52 % Partner

26 % Kollegen

 

21 % der Frauen sprechen mit ihren Arbeitskollegen

30 % der Männer sprechen mit ihren Arbeitskollegen

Definition Typ-2-Diabetes

• Eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen, die alle durch Hyperglykämie (erhöhte Blutzuckerspiegel, Überzuckerung) in Folge von Störungen der Insulinsekretion und/oder der Insulinwirkung gekennzeichnet sind

 

• Assoziation der chronischen Hyperglykämie mit Langzeitschäden, Funktionsstörungen und Funktionseinschränkungen verschiedener Organe, insbesondere der Augen, Nieren, Nerven und des Herz-Kreislauf-Systems

 

• Typ-2-Diabetes: Form des Diabetes, die durch Insulinresistenz in Verbindung mit eher relativem als absolutem Insulinmangel gekennzeichnet ist

 

• beruht nach heutiger Erkenntnis auf einer genetisch bedingten, multifaktoriellen
Krankheitsbereitschaft

 

• zur Entwicklung des klinischen Krankheitsbildes kommt es unter dem Einfluss sogenannter Manifestations- oder Risikofaktoren, die häufig in Form eines metabolischen

Syndroms vorliegen

Was passiert bei Diabetes im Körper?

• Nach jedem Essen schwimmen vermehrt Zuckermoleküle im Blut – der Blutzucker.

 

• Damit er in die Zellen gelangen kann, produziert die Bauchspeicheldrüse Insulin -> schleust den Zucker in die Zellen ein -> Blutzuckerspiegel sinkt wieder.

 

• Wer seinen Körper mit vielen Portionen leicht verwertbarer Kohlenhydrate versorgt, hält die Bauchspeicheldrüse im Dauerbetrieb.

 

• Insulinresistente Menschen haben mehr Insulin im Blut als gesunde, trotzdem kann der Körper das Überangebot an Zucker nicht mehr im Gewebe unterbringen.

Insulinresistenz

• Insulin ist ein lebenswichtiges Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird.

 

• Vermittelt die Aufnahme des Energielieferanten Glukose (Zucker) aus dem Blut in die Körperzellen und senkt dadurch den Blutzuckerspiegel.

 

• Wenn die Zellen weniger empfindlich für Insulin werden (resistent), benötigt der Stoffwechsel immer mehr Insulin.

 

• Die Forschung geht heute davon aus, dass die Insulinresistenz vererbt werden kann.

 

• Ein Diabetes entsteht aber trotz erblicher Veranlagung nur dann, wenn ein inaktiver Lebensstil und unpassende Ernährung hinzukommen.

Folge: Übergewicht und Fettleber

• Der ständig erhöhte Insulinspiegel wirkt sich an anderer Stelle aus:

 

• Der Körper lagert mehr Fett ein – das führt zu Übergewicht.

 

• Eine häufige Vorstufe beziehungsweise Begleiterkrankung von Diabetes ist außerdem eine Fettleber.

 

• In den Gefäßen bilden sich gefährliche Ablagerungen.

 

• Kommt Bewegungsmangel hinzu, wird also kaum Blutzucker von den Muskeln als Energie verbraucht, dann kann die Insulinresistenz besonders schnell voranschreiten.

Manifestationsfördernde Faktoren des Typ-2-Diabetes

Familiäre Belastung

Höheres Lebensalter

Lebensstilfaktoren (sozialer Status, Bewegungsmangel, ballaststoffarme, fettreiche Kost, Rauchen)

Metabolisches Syndrom (Hauptmerkmale: abdominale Adipositas, Insulinresistenz, Hyperinsulinämie, gestörte Glukosetoleranz, Dyslipoproteinämie, Albuminurie, Hypertonie)

Medikamente, die den Glukosestoffwechsel verschlechtern, z.B. Diuretika (harntreibende Medikamente), Betablocker (blutdrucksenkende Medikamente), Glukokortikoide (entzündungshemmende Medikamente wie Kortison)

Gestationsdiabetes (hoher Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft)

Polyzystisches Ovarsyndrom (Erkrankung bei Frauen mit einem Überschuss an männlichen Geschlechtshormonen und andere endokrine (hormonelle) Erkrankungen)

Allgemeine Therapieziele des Typ-2-Diabetes

• Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Lebensqualität

 

• Kompetenzsteigerung der Betroffenen im Umgang mit der Erkrankung

 

• Verminderung eines Krankheitsstigmas

 

• Behandlungszufriedenheit

 

• Förderung der Therapieadhärenz (Anpassung des Verhaltens den Erfordernissen der Diabetestherapie)

 

• Reduktion des Risikos für kardiale (das Herz betreffend), zerebrovaskuläre (Störungen der Blutversorgung des Gehirns durch Gefäßläsionen) und sonstige makroangiopathische (krankhafte Veränderung der größeren und ganz großen
Arterien) Folgekomplikationen

 

• Vermeidung und Behandlung mikrovaskulärer Folgekomplikationen (Erblindung, Dialyse, Neuropathie)

 

• Vermeidung und Behandlung des diabetischen Fußsyndroms

 

• Vermeidung und Behandlung von Symptomen durch die Verbesserung der Stoffwechseleinstellung

 

• Behandlung und Besserung von Begleitkrankheiten

 

• Minimierung der Nebenwirkungen der Therapie und der Belastungen des Patienten durch die Therapie

Empfehlungen der Therapie des Typ-2-Diabetes

Vereinbarung individueller Therapieziele:

 

• Lebensstil

 

• Glukosestoffwechsel

 

• Lipidstatus

 

• Körpergewicht

 

• Blutdruck

Blutzuckermessung

• nur durch regelmäßige Messung eine optimale Einstellung des Blutzuckers möglich
wichtigste Methoden:
• HbA1c-Test

• durch Arzt, dient als eine Art Blutzuckergedächtnis und gibt den
durchschnittlichen Langzeit-Blutzuckerspiegel der letzten acht Wochen an

• Messung durch den Patienten selbst

• mehrmals täglich mit einer Stechhilfe/Teststreifen (über Häufigkeit entscheidet
Patient selbst und in Absprache mit dem Arzt)

Basistherapie: Ernährungstherapie​

Ziele der Ernährungstherapie bei Menschen mit Typ-2-Diabetes:
• gemeinsam mit dem Patienten die vereinbarten individualisierten Therapieziele für
HbA1c, Lipide, Blutdruck und Lebensqualität erreichen und aufrechterhalten

 

• ein wünschenswertes Körpergewicht bzw. eine Gewichtsreduktion erreichen und
eine erneuten Gewichtszunahme vermeiden

 

• die Entstehung chronischer Folgeerkrankungen des Diabetes präventiv entgegen-
wirken und deren Entstehung hinauszögern

 

• Motivation zu gesunden, ausgewogenen Kostformen unter Berücksichtigung der bisherigen Ernährungsroutine des Patienten

 

• Verzicht auf industriell gefertigte Lebensmittel, die als sogenannte “Diabetesdiät” oder “Diabetesnahrung” deklariert werden

 

• Individualisierte Ernährungsempfehlungen, die an Therapieziele und Risikoprofil angepasst werden

 

• Menschen mit Typ-2-Diabetes und Adipositas sollten angehalten werden, durch Gewichtsreduktion ihre Stoffwechselsituation zu verbessern

 

• Berechnungsgrundlage für Diabetiker

 

• Die Angabe “BE” (Broteinheit) oder “KE” (Kohlenhydrateinheit, mitunter auch als “KHE” abgekürzt) verrät, wie viele Kohlenhydrate ein Lebensmittel enthält

 

• Verschiedene Einheiten: BE vor allem in den alten, KE vor allem in den neuen Bundesländern, international hat sich die Einheit KE durchgesetzt, die auch fast allen “Neu-Diabetikern” in Schulungen vermittelt wird

 

• Der Unterschied zwischen KE und BE ist ohnehin gering:

• 1 KE = 10 g Kohlenhydrate • 1 BE = 12 g Kohlenhydrate

BE, KE, KHE: Was heißt das?

• Berechnungsgrundlage für Diabetiker

 

• Die Angabe “BE” (Broteinheit) oder “KE” (Kohlenhydrateinheit, mitunter auch als “KHE” abgekürzt) verrät, wie viele Kohlenhydrate ein Lebensmittel enthält

 

• Verschiedene Einheiten: BE vor allem in den alten, KE vor allem in den neuen Bundesländern, international hat sich die Einheit KE durchgesetzt, die auch fast allen “Neu-Diabetikern” in Schulungen vermittelt wird

 

• Der Unterschied zwischen KE und BE ist ohnehin gering: • 1 KE = 10 g Kohlenhydrate • 1 BE = 12 g Kohlenhydrate

 

• Entscheidend ist, dass man seine Werte kontrolliert und lernt, seine Insulindosis entsprechend anzupassen

 

 

Glykämischer Index (GI)

• Beschreibt die unmittelbare Reaktion des Blutzuckers nach dem Verzehr bestimmter Speisen bzw. sagt aus, wie schnell ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt.

 

• Generell gilt: Je höher der Wert eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels im glykämischen Index, desto mehr Zucker befindet sich nach dem Verzehr des Lebensmittels im Blut.

 

• Ungünstig für Diabetiker sind Lebensmittel mit einem hohen GI-Wert.

Ernährungsempfehlungen für Menschen mit Typ-2-Diabetes

• Eine ausgewogene Fettzusammensetzung der Nahrung (Bedeutung für den Gewichtsverlauf).

 

• Ohne Anzeichen einer Nephropathie gewöhnliche Proteinaufnahme beibehalten, vorausgesetzt diese liegt im Rahmen der empfohlenen 10 bis 20 % der Gesamttagesenergie.

 

• Bei Niereninsuffizienz wird eine tägliche Eiweißzufuhr von 0,8 g/kg empfohlen.

 

• Im Rahmen der individuellen Beratung über den differenzierten Umgang mit Alkohol beraten.

Praktische Empfehlungen für Menschen mit Typ-2-Diabetes:

• Kein generelles Zuckerverbot, jedoch Vermeiden von großen Mengen an Haushaltszucker, Fruchtzucker, Polyolen bzw. von Getränken, die diese Stoffe enthalten.

 

• Große Portionen und häufigen Verzehr von fetten Lebensmitteln, z.B. fettes Fleisch, fette Wurstwaren, fetten Käse, fette Backwaren, fette Fertigprodukte, fettes Fast-Food, Sahne, Schokolade, Chips, usw. vermeiden.

 

• Pflanzliche Fette bevorzugen, z.B. Öle, Nüsse, Samen.

 

• Regelmäßigen Fischverzehr einplanen.

 

• Lebensmittel, die reich an Ballaststoffen sind, in die Ernährung einplanen, z.B. Gemüse, frisches Obst, Vollkorngetreideprodukte.

 

• Sogenannte Diabetiker- bzw. Diätlebensmittel sind bei Diabetes weder erforderlich noch nützlich.

Was bewirkt eine eiweißreiche Ernährung?​

• Der hohe Gehalt an Eiweiß in der Nahrung erhöht die Verweildauer im Magen.

 

• Die Folge: Der sogenannte glykämische Index, der den Blutzuckeranstieg im Blut angibt, sinkt.

 

• Sehr viel pflanzliches Eiweiß enthalten Hülsenfrüchte – wie zum Beispiel Erbsen. Deshalb entwickeln Forscher Produkte wie Nudeln, Brot, Kekse oder Mehl aus Erbsenproteinen.

 

• Aber auch Milchprodukte enthalten Milcheiweiße, die positive Effekte auf den Blutzuckerwert haben.

 

• Fleisch ist ebenfalls ein Proteinlieferant. Es enthält aber auch Purine und Cholesterol, die sich in großen Mengen negativ auf den Stoffwechsel auswirken. Deshalb raten Forscher nach heutigem Stand eher zum verstärkten Konsum von hochproteinhaltigen Pflanzen.

Basistherapie: Schulungsprogramme

• Ein strukturiertes, evaluiertes und zielgruppen- und themenspezifisches Schulungs- und Behandlungsprogramm für Betroffene/Angehörige mit Ernährungsberatung (Ernährungsverhalten, Wünsche, Verträglichkeiten, Werte und Bedürfnisse des Patienten, Möglichkeiten zur Verhaltensänderung) mit einem individuellen Selbstmanagementplan (körperliche Aktivität, Medikamenteneinnahme und eine gesunde Lebensweise, z.B. Nichtrauchen) mit einem individuellen Selbstmanagementplan (körperliche Aktivität, Medikamenteneinnahme und eine gesunde Lebensweise, z.B. Nichtrauchen)

 

• Schulungen bei auf Diabetes spezialisierten Hausärzten und diabetologischen Schwerpunktpraxen, bei Hausärzten, die im Rahmen eines Disease-Management-Programms (DMP) für Diabetes Patienten betreuen

 

• In der Regel Übernahme der Kosten durch die gesetzlichen Krankenkassen (Voraussetzung Teilnahme am DMP)

Basistherapie: Steigerung der körperlichen Aktivität durch Bewegung

• Beratung und Aufklärung hinsichtlich der positiven Bedeutung von körperlicher Aktivität in Bezug auf Typ-2-Diabetes, diabetischen Folgeerkrankungen und kardiovaskulären Risikofaktoren

 

• Motivation zu mehr körperlicher Betätigung und Bewegung im Alltag (z.B. Treppensteigen, Spaziergänge, Besorgungen zu Fuß, Gartenarbeit)

 

• Aufklärung und Beratung zur Teilnahme an strukturierten Bewegungsprogrammen (regelmäßig, wenn möglich, mehrmals pro Woche)

 

• Empfehlung insbesondere in der zweiten Lebenshälfte Training von Geschicklichkeit, Reaktionsfähigkeit, Koordination, Gelenkigkeit

 

• Wahl der körperlichen Aktivität oder Sportart und die Intensität ihrer Durchführung richtet sich nach der individuellen körperlichen Verfassung und den Möglichkeiten des Betroffenen

Alles verstanden?

Solltest Du noch weitere Fragen zu diesem Thema haben, so kannst du dich gerne, auf folgenden Wegen bei uns melden.

 

telefonisch:

Kenbi Campus 0171/ 3140321 oder

Mail: campus@kenbi.de

 

Scroll to Top
Scroll to Top

Jetzt Kündigen.

Übersenden Sie uns für eine Kündigung ein unterschriebenes Kündigungsschreiben. Nach Erhalt, werden wir uns unverzüglich bei Ihnen melden.
Bei Fragen können Sie uns jederzeit kontaktieren.