Seit dem 1. Januar 2024 gelten neue gesetzliche Anforderungen für die Wundversorgung in der Pflegebranche. Diese betreffen alle Pflegedienste, die eigenständig Leistungen im Bereich Wundmanagement erbringen. Ziel dieser Regelungen ist es, die Qualität der Versorgung von Menschen mit chronischen und schwer heilenden Wunden zu verbessern.
Was bedeutet das für deinen Pflegedienst?
Gemäß § 132a Abs. 1 SGB V müssen Pflegedienste sicherstellen, dass ihre Pflegefachkräfte über eine spezifische Zusatzqualifikation im Bereich Wundmanagement verfügen. Die wichtigsten Punkte sind:
- Qualifizierte Leistungserbringung: Pflegefachkräfte, die eigenständig Wundversorgungen durchführen, benötigen eine Zusatzqualifikation von mindestens 84 Unterrichtseinheiten (UE) à 45 Minuten.
- Fortbildungspflicht: Alle Pflegefachkräfte mit Wundversorgungsaufgaben müssen jährlich mindestens 10 Stunden fachspezifische Fortbildungen absolvieren.
- Verantwortliche Fachkraft: Jeder spezialisierte Leistungserbringer muss eine verantwortliche Pflegefachkraft oder Fachbereichsleitung mit einer erweiterten Zusatzqualifikation von mindestens 168 UE beschäftigen.
- Übergangsregelung: Bis Ende 2025 müssen mindestens 50 % der Pflegefachkräfte eines Pflegedienstes die Zusatzqualifikation nachweisen. Ab dem 1. Januar 2026 gilt dies für alle Pflegefachkräfte.
Wie sieht die Weiterbildung aus?
Die Weiterbildung im Wundmanagement ist modular aufgebaut und kombiniert theoretische und praktische Inhalte:
- Grundmodul (84 UE):
- Basiswissen in Anatomie, Physiologie und Pathologie.
- Praktische Anwendung und Dokumentation der Wundversorgung.
- Abschluss mit einer Prüfung und Zertifikat.
- Erweiterte Qualifikationen:
Verantwortliche Fachkräfte absolvieren zusätzliche Module mit insgesamt 168 UE, um komplexe Fälle zu betreuen und Leitungsaufgaben zu übernehmen. - Hospitation:
Mindestens 16 Stunden praktische Einsätze in spezialisierten Einrichtungen. - Zertifikate:
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein Zertifikat, das für fünf Jahre gültig ist und regelmäßig erneuert werden muss.
Wer benötigt eine Weiterbildung?
- Alle Pflegefachkräfte, die eigenständig chronische oder schwer heilende Wunden versorgen möchten, müssen die Zusatzqualifikation nachweisen.
- Bis Ende 2025 müssen mindestens 50 % der Pflegefachkräfte eines Pflegedienstes qualifiziert sein; ab 2026 gilt dies für alle.
Regelmäßige Auffrischung zum Thema Wundversorgung
Um das Wissen aktuell zu halten, sind jährliche Fortbildungen von mindestens 10 Stunden vorgeschrieben. Diese müssen produktneutral sein und können intern oder extern durchgeführt werden.
Praktische Umsetzung im Alltag
So kannst du die neuen Anforderungen in deinem Pflegedienst umsetzen:
- Schulungen: Organisiere regelmäßige Fortbildungen für dein Team über zertifizierte Anbieter.
- Wundexperten im Team: Setze speziell ausgebildete Fachkräfte ein, die komplexe Fälle betreuen und das Team beraten.
- Standardisierte Verfahren: Etabliere klare Vorgaben zur Wundbeurteilung und -behandlung, um eine einheitliche, qualitätsgesicherte Versorgung zu gewährleisten.
- Kooperationen: Arbeite mit externen Wundmanager:innen zusammen, falls dein Team noch nicht vollständig qualifiziert ist.
- Digitale Lösungen: Nutze Dokumentationssoftware zur strukturierten Erfassung von Wundbeurteilungen und Behandlungsverläufen.
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Fördere den Austausch zwischen Ärzt:innen, Therapeut:innen und Pflegekräften für eine ganzheitliche Versorgung.
Vorteile der Qualifikation
- Höhere Qualität in der Patientenversorgung.
- Erfüllung gesetzlicher Vorgaben und Vermeidung von Vertragsverletzungen.
- Erweiterung des Fachwissens deines Teams durch praxisorientierte Schulungen.
- Stärkung deiner Position als spezialisierter Leistungserbringer im Gesundheitswesen.
Unterstützung durch die Kenbi Akademie
Um dich bei der Umsetzung der neuen Anforderungen zu unterstützen, bieten wir zertifizierte Online-Kurse im Bereich Wundmanagement an. Diese vermitteln deinem Team das notwendige Wissen, um eine qualitativ hochwertige Wundversorgung sicherzustellen. So kannst du die gesetzlichen Vorgaben erfüllen und gleichzeitig die Versorgungsqualität in deinem Pflegedienst verbessern. Unsere Kurse sind flexibel und ermöglichen es deinen Mitarbeitenden, sich orts- und zeitunabhängig weiterzubilden.